Finally I did it
11 Wochen bin ich nun schon wieder hier zurück. 11 Wochen in denen ich mich nun auch umgestellt habe (Mittlerweile sind es fast13…). Es gibt noch viele Dinge die es von meiner Reise zu berichten gibt und viele tolle Fotos, die ich zeigen möchte! In dieser Zeit war ich allerdings sehr unmotiviert viele Dinge anzugehen. Die ganzen kleinen Baustellen sind mittlerweile abgearbeitet. Und wie das mit den großen Baustellen so ist, man sollte einfach mal anfangen. Das habe ich in den letzten Tagen gemacht und heute ist mein Blogbeitrag dran 
Ich berichte von meinem Trip durch Thailand zusammen mit Sandro, von meinem Trip durch die Palastregion Indiens mit Mutti und Micha und meinen letzten Tagen in Kolkata. Dazu noch ein paar kurze Lach- und Sachgeschichten.
Diesen Beitrag habe ich natürlich nicht an einem Tag geschrieben, deshalb könnten Übergänge ein wenig holprig sein, wie immer auch diesmal nicht auf Fehler kontrolliert…
Mittlerweile habe ich auch schon den Flug für meine 3. Reise gebucht. 22.2.2012 bis 4.4.2012. Es steht allerhand auf dem Plan, ich werde berichten!
Zum Zahnarzt
Während meines Aufenthaltes in Pune hatte ich das Pech, dass mir ein Stückchen einer Füllung herausgebrochen ist. „Nicht gut.“ dachte ich, „Muss ich nun doch hier in Indien zum Zahnarzt…“. Wer die hygienischen Zustände hier kennt, kann sich ein bisschen denken, was ich mir alles so ausgemalt habe. Im Internet habe ich mich dann auf die Suche nach einem Zahnarzt in Pune gemacht und bin auf einige Webseiten gestoßen. In Deutschland habe ich noch nie auf die Webseite meines Zahnarztes geguckt. „Haben die überhaupt eine?“. Die Internetauftritte der einzelnen Praxen sahen richtig gut aus. Professionell gestaltet, top Ausstattung, moderner Auftritt. Meine Sorgen wurden kleiner. Ein kleines bedenkliches Gefühl hatte ich trotz der vielen vielen Webseiten schon noch, deshalb entschied ich mich dann für den Chefzahnarzt der Commonwealth Youth Games, welche 2008 in Pune stattfanden. Auf dem Weg in die Praxis dachte ich „Wo bist du denn hier gelandet?“. Die Gebäude sahen heruntergekommen aus, der Treppenaufgang stank. Ich öffnete die Tür zur Praxis und „wow“. Wie auf den Fotos im Internet. Sauber, modern, keine Kommunikationsschwierigkeiten. Nach kurzer Wartezeit, als barzahlender Weißer wohl selbstverständlich, wurde ich in das Behandlungszimmer des Chefarztes geführt. Ein TFT-Bildschirm am Behandlungsstuhl war montiert, das hat mich schon beeindruckt. Der Chefarzt fragte mich dann auch was Sache war, hat sich meinen Zahn kurz angeschaut und mich dann an seine Kollegin weitergeleitet. Es lief dann alles ganz normal ohne Probleme. Meine Rechnung habe ich bei meiner Auslandskrankenversicherung nach meiner Rückkehr eingereicht und das Geld auch ohne weiteren Aufwand erhalten.
Die ärztliche Versorgung in Städten wie Pune ist schon recht gut, teilweise mit westlichen Standards ( ISO 9001 Zertifizierung z.B.). Das weite Land allerdings, ist davon weit entfernt.
Suche Braut, suche Bräutigam.
Der Heiratsmarkt in Indien ist riesig. Dies kann man in den verschiedenen Tageszeitungen immer wieder lesen. Hier einige Beispiele aus der Sunday Times of India:
EB Beng Yadav Girl Nov 80 /
5‘2“, MA (Eng). Wrkg in Delhi.
Reqd Well Qulf Estb Beng
Groom (30-35). Caste No Bar.
Contact: 09980… Email:
joyd… @gmail.com
oder
NAIDU 35/160cm, MSc, medi-
um never married Govt. 38000/
Month seeks unmarried groom
35-40 OC/BC good character.
Email: … @gmail.com
Europe based Hindu Sindhi parents seek match for slim, fair, attractive daughter, 23yrs, graduate, British national with spiritual values. Seeking Hindu Sindhi professional/ post-graduate 24-28 yrs. Preference for spiritually inclined grooms willing to stele in Europe. Send bio-data & photo at: … @gmail.com
B’FUL, Fair Brh. Oct 77/5’7”
Wrk S/W USA, 100K $ seeks
h’some, smart well stld match
pref. wrk USA phone: 099…
Email: … @yahoo.co.in
Ich habe noch einige mehr davon. Dies sind ein paar Beispiele. Daran kann man schon ein paar Dinge erkennen, die für uns hier in Europa sehr ungewöhnlich sind… Das Gehalt wird gleich mit angegeben. Eltern suchen einen Mann für Töchter, die gerade in Australien, USA oder Europa sind (Ob die Eltern wissen, was die Töchter da treiben…). In den meisten Anzeigen ist von „high qualified“, MBA, Doktortiteln oder „own business“ die Rede. Die ‚einfache Bevölkerung‘ regelt das wohl eher lokal. Die Anzeigen sind sortiert nach Regionen, Kasten, Religionen, Berufen,… Die Tätigkeiten des Vaters werden manchmal mit angegeben. „Army Officer, Only child, …. Groom Defence Offr preferred…“. Die Kastenzugehörigkeit spielt offiziell keine Rolle. Offiziell. Hinter den Türen sieht die Sache natürlich anders aus. Die Unterschiede dürfen nicht zu groß sein. Internationale Ehen werden in der westlichen Welt doch deutlich mehr geschlossen, als in Indien. Der Einfluss der Familie und der Gesellschaft ist in Indien zu groß dazu.
Anfang 2011 fand in Indien eine Volkszählung statt, diese hat auch bei mir in Pune geklingelt. Ein Ergebnis ist, dass in Indien auf 1000 Männer 940 Frauen kommen. Dieses Geschlechterverhältnis schwankt regional sehr stark. In einigen Gegenden kommen auf 1000 Männer gar nur 850 und weniger Frauen. Das hat natürlich eine Menge soziale und kulturelle Probleme, wie Menschenhandel, Prostitution,…, zur Folge. In einigen Gesprächen mit ‚meinen Trainees‘ haben diese ihre Sorgen geäußert, nie eine Frau zu bekommen. Dazu musste ich allerdings sagen, dass sie gut ausgebildet sind, ein gutes Einkommen haben (was in den nächsten Jahren noch gesteigert wird) und sich deshalb keine Gedanken machen müssen. Bei den einfachen Arbeitern, Menschen im Niedriglohnbereich (was die große Masse ist) sieht die Sache deutlich schwieriger aus.
Ein wenig geschockt war ich, als ich in der englischen Ausgabe der National Geographics ( glaube Jan 2011 ) las, dass in Indien vor einigen Jahren “Sterilisationscamps” gegeben hat. Diese wurden von der Regierung eingerichtet um den Bevölkerungszuwachs ein wenig zu stoppen. Dazu wurden z.B. Schulen in eine Art Krankenhaus umgewandelt. Die Bevölkerung wurde dann ‘bestimmt gebeten’ sich sterilisieren zu lassen. Als Entschädigung gab es ein paar Monatsgehälter, für die Arme Bevölkerung eine Menge Geld.
Prachtvolle Paläste und Parks.
Als ich beschlossen habe länger in Indien zu bleiben, dachte ich mir, dass es doch eine gute Idee sei, Mutti und Micha nach Indien einzuladen. Total begeistert von dieser Idee und mit voller Aufregung in uns dreien verabredeten wir uns für Mitte Februar 2011 in Delhi auf dem Airport. In Winterklamotten eingehüllt holte ich die beiden am Flughafen ab. Das Wetter an diesem Tage war kalt, einer der kältesten Tage, welche ich während meines Aufenthaltes erlebt habe. Am Flughafen war ich jedenfalls der einzige in kurzen Hosen…
Für die zwei Wochen habe ich eine Tour organisiert, mit Auto und Fahrer. Die Telefonnummer und Emailadresse bekam ich von Bekannten, weil sie von Bekannten gehört haben sollen, dass der Fahrer ganz gut Englisch spricht, sich super in der Region auskennt und recht zuverlässig ist. Ich fragte im Dezember bei ihm an, ob er Lust und Zeit hätte uns zu fahren. Einen Tag später bejahte er dies und noch einen Tag später schickte er mir einen fertigen Reiseplan mit Kilometer- und Fahrtzeitangaben für meine Besichtigungswünsche. Ich war begeistert!
Unsere Tour:
Delhi – Agra – Ranthambor – Bundi – Udaipur – Jodhpur – Pushkar – Jaipur – Delhi


Etwa 1700 km lang. Hinzu kommen noch Fahrten an den einzelnen Orten, sowie kurze Ausflüge links und rechts des Weges. Kosten dafür, etwa 33 € pro Tag für den Fahrer, Sprit, Maut und Fahrzeug. In Indien ist es also recht günstig sich ein Auto mit Fahrer zu mieten. Für die Übernachtung muss man noch ein mal etwa 30€ für 2 Personen rechnen. In diesen Hotels ist der Standard dann allerdings deutlich höher als der Landesdurchschnitt. Die Webseite unseres Fahrers lautet:
http://www.rajasthan-car.co.cc/
In den 14 Tagen quer durch Rajastan gab es einen Überfluss an Eindrücken. Wüsten, Gemälde, Paläste, Berge, Forts, Tempel, Tempel, Tempel.






Ob die Affen mich als ihren neuen Führer akzeptieren?
Taj Mahal in Agra
Ich dachte lange Zeit, das Taj Mahal ist auch nur ein Gebäude. „Ein großer Palast, nichts besonderes.“ Als ich davor stand, änderte ich meine Meinung. Der Palast mit dem umgebenen Garten ist eines der schönsten und beeindruckensten Gebäude Indiens. Die Liebe zum Detail in Verbindung mit purer Schlichtheit fand ich sehr faszinierend. Indienbesuchern kann ich nur empfehlen, dieses Grabmal zu besichtigen.

In ähnlicher Bauweise befinden sich viele weitere Paläste in Rajastan. Auch beeindruckend, aber etwas weniger besucht.




Über die 2 Wochen gäbe es sicherlich noch eine ganze Menge mehr zu berichten, aber das würde den Rahmen sprengen. Deshalb einfach noch ein paar Eindrücke



In der Region Rajastan gibt es keinen ÖPNV. Als ‘Busse’ werden Jeeps eingesetzt und diese dann vollgepackt…

Warum die Inder ein prüdes Volk geworden sind, kann ich nur mutmaßen. Ich denke, es liegt und lag an dem starken muslimischen Einfluß über die letzten Jahrhunderte. Jedenfall finden sich auf vielen Tempeln Bilder mit stark erotischen oder gar pornografischen Inhalten

Auf vielen Bildern werden die Geschichten der Götter und der Maharadschas erzählt. Meist dreht es sich dabei um die Jagd oder um Frauengeschichten…


Ich habe während meines Asienaufenthaltes an mehreren Safaris teilgenommen, um Tiger oder andere Raubkatzen zu sehen. Mittlerweile denke ich jedoch, dass man es lassen sollte. Ich werde mich nicht mehr auf die Suche nach dem Tiger begeben und ihn einfach in Ruhe lassen. Die Chancen, einen der wenigen verbliebenen Tiger zu sehen sind ziemlich schlecht. Hier ein Foto von den Safarijeeps.




Der Lotustempel in Delhi. Ein Ort für alle Religionen.



Unser Fahrerhat uns auf dem Weg auch sein Haus gezeigt. Das ist mit unserem Leben nicht zu vergleichen. Auf dem Bild könnt ihr eine blaue Hütte sehen. Die Grundfläche beträgt etwa 25m² und besteht aus nur einem Raum. In diesem Raum stehen die Betten, eine Herdplatte, ein Fernseher und alle anderen (einfachen) Dinge, die eine 6-köpfige Familie so braucht. Die Toilette befindet sich draußen im Feld. Zum Waschen wird Wasser aus dem Brunnen geholt. Ein Mobiltelefon besitzen trotzdem alle…

Thailand
Als ich 2010 hörte, dass sich Sandro auf einen Asientrip, nach der bestandenen Prüfung, begeben würde, haben wir gleich beschlossen, ein Stückchen, 2 Wochen, gemeinsam loszuziehen. Unsere Pläne wurden mehrfach verworfen und geändert, wie es halt immer so ist. Es standen abwechselnd mal Iran, Pakistan, Indien, Nepal, Vietnam und Malaysia auf dem Plan. Letztendlich ist es Thailand geworden und es war eine richtige Entscheidung. Wir trafen uns in Bangkok, blieben dort 2 Tage und verbrachten diese mit Essen (mein Beitrag von März!) und Umherlaufen.

Danach fuhren wir mit dem Zug nach Süden, um in Chumpon die Fähre nach Koh Tao (im Golf von Thailand, also östlich des Festlandes) zu nehmen. Auf der Zugfahrt hatten wir nur Fahrscheine für die halbe Strecke, weil die volle Strecke ausgebucht war. Allerdings blieben wir sitzen, es hat keiner nach unseren Fahrscheinen gefragt und es kam auch keiner, der sich auf unsere Plätze setzen wollte. Von Chumpon ging es mit der Fähre nach Koh Tao. Wir hatten noch gutes Wetter. Kurze Zeit nach unserem Thailandaufenthalt mussten von Koh Tao die Gäste mit dem Militär evakuiert werden und in weiten Teilen Indiens kam es zu schweren Überschwemmungen. Die Zeit auf der Insel verbrachten wir mit Schachspielen, Essen, Kajakfahren und Wandern. In diesen 2 Wochen Thailand habe ich meine Liebe zu Frucht- und Milchshakes gefunden. Diese waren immer frisch und super lecker. Sobald ich im Besitz meines Lieblingsküchengerätes bin, werde ich diese Shakes auch hier in Deutschland zaubern. Auch hatten wir einen Lieblings-pan-cake-Stand. Er hat die besten Pfannenkuchen, Plinsen oder Eierkuchen der Insel gemacht. Verbunden mit einer Show aus fliegenden Messern und minimalistischem Sound.
An einem Tag auf Koh Tao machten wir uns auf dem Weg nach Koh Samui zu der bekannten ‚Full Moon Party‘. Ein Kilometer langer Strand wurde in eine einzige Partymeile verwandelt. Einheimische, die Berge von Alkohol verkauften und Musik aus allen Ecken. Irgendwie war uns nicht nach Besaufen (mir ist ja nie danach) und deshalb konnten wir das alles nicht ganz so gut ertragen.


Mir persönlich waren alle ein bisschen zu durchgeknallt, zu bekloppt, zu kommerzialisiert. Die Nacht überstanden wir und fuhren mit der ersten Fähre zurück nach Koh Tao. Einen weiteren später fuhren wir zurück auf das Festland. Wir ließen uns vom Busshuttle des Fährunternehmers in die Innenstadt bringen und fragten uns dann dort zum Highway durch, weil wir trampen wollten. Die Idee des Trampen fanden viele total verrückt.
Wir sollen doch ein Taxi oder Bus nehmen, die kosten ja nicht viel usw. hörten wir oft. Als wir von einem Sammeltaxi an der Straße abgesetzt wurden, ging es los. Daumen raus. Erstaunlicherweise hat es nie so lange gedauert, bis jemand anhielt und uns mitnahm. Sandro meinte, dass es im Norden Thailands noch deutlich einfacher gewesen sei zu trampen. Als erstes hat uns ein Handelsvertreter mitgenommen. Dieser zeigte uns unterwegs noch einige Früchte, welche wir noch nicht kannten. Nach einer Weile trennten sich unsere Wege und wir hielten erneut den Daumen raus. Es hielt ein Bus des Fährunternehmers, mit dem wir einige Stunden vorher nach Chumpon gefahren sind. Nach einem Telefonat mit der Chefin des Busfahrers (sie hatte am Morgen schon gesagt, dass wir verrückt seien) mussten wir nur 2 € zahlen um mitzufahren. Wir nahmen das Angebot an. Nach einiger Zeit trennten sich auch hier unsere Wege und es folgte etwas sehr beeindruckendes. Wir wurden von einem Ehepaar aufgegabelt, Vater Professor, Mutter vermutlich Hausfrau, die Töchter Mitte 20 auf der Welt verteilt. Es wurde zeitig dunkel und da wir auch „ihre Kinder sein könnten“, entschieden die beiden uns direkt zu unserem Ziel dem Khao Sok Nationalpark zu fahren. Sie machten dafür einen Umweg von 80 (!) Kilometern. Ich bekam noch eine Visitenkarte mit der Adresse. Als Dankeschön schickten wir eine Karte aus Deutschland nach Thailand. Ich hoffe, sie ist angekommen.
Khao Sok ist ein Nationalpark im Süden Thailands, nicht weit weg von der Westküste. Wir kamen abends an, wurden am Eingang abgeladen und machten uns auf die Suche nach einer Unterkunft. Zunächst versuchten wir im Nationalpark eine Unterkunft zu bekommen, allerdings sagten die Ranger am Eingang, dass alles voll sei. War auch gut so, da die Unterkünfte drinnen deutlich teurer waren als draußen und die Distanz zwischen drinnen und draußen nur wenige Hundert Meter beträgt. Wir klapperten verschiedene Rezeptionen ab, die alle direkt an der Straße verteilt waren und fragten nach den Preisen. Mit freundlichem Auftreten und ein bisschen Handeln bekamen wir einen einfachen Bungalow im Green Valley Resort für insgesamt 400 Baht statt 700. Macht 5€ pro Person und Nacht, inklusive WLAN. Hier buchten wir eine Tagestour in den Park hinein. Wir starteten morgens, fuhren eine Stunde mit dem Auto zu einem riesigen See und fuhren danach noch eine Stunde mit dem Boot ins Innere des Parks. Es folgte, nach dem Frühstück, eine Tour durch den Dschungel und durch eine Höhle. Wir durchschwammen und durchwanderten in etwa 50min die Höhle von einem Ende zum anderen, mit Kopflampen ausgerüstet. War schon etwas abgefahren. Auf dem Rückweg habe ich dann auch meine erste Blutegelerfahrung gemacht. Dieser Egel sah noch recht klein aus, ganz anders als ich das Bild aus dem Fernsehen im Kopf hatte. Aber das sollte auch noch folgen.

Nach der Tour gab es noch ein paar Sprünge in das Dschungelfreibad. Man kann dort in der Wildnis auch ein paar Tage übernachten…








Am zweiten Tag machten wir uns zu Fuß von unserem Bungalow aus auf einem Trampelpfad durch den Nationalpark. Der Weg führte 8km rein zu einem Wasserfall und den gleichen Weg wieder zurück. Der Beginn war noch recht einfach, befestigter, breiter Weg. Später wurde es ein Pfad und teilweise mussten wir an großen Wurzeln entlang klettern um weiterzukommen. Meine Blutegelerfahrung vom Vortag sollte nicht die letzte gewesen sein. Der Boden wimmelte nur so von den Viechern. Abziehen könnte man die nicht, weil die Blutegel so glitschig sind und sich so sehr festgesaugt haben, dass diese wieder zurückschnipsen. Ein Feuerzeug hatten wir nicht mit, um diese kurz zu schocken und dann zum lösen zu bringen. Die effektivste Methode war dann das Wegschnipsen des Blutegels (so wie der ein oder andere es mal mit Popeln gemacht hat
). Dabei mussten wir allerdings aufpassen, dass wir nicht auf dem Boden standen, sonst kommt ein neuer, wenn man zwei entfernt hat. Diese Dinger sind schnell und im Schlamm verdammt gut getarnt. Die kriechen sogar zwischen die Zehen, dass bei geschlossenem Trekkingschuhwerk und Socken… Vollgesogen haben die dann auch schon eher die Größe aus dem Fernsehen. Den Wasserfall erreichten wir nach vielen vielen Pausen. Wir stellten uns auf große Steine im Fluss und mussten dort ein kleines Massaker veranstalten, weil wir uns für den Rückweg komplett befreien wollten. Das war auch eine recht blutige Angelegenheit… Den Rückweg haben wir dann sehr zügig, teilweise joggend, zurückgelegt, damit die Blutegel keine Zeit mehr hatten um sich am Schuhwerk festzusaugen und hochzukriechen…
Nach dem Nationalpark ging es für uns noch kurz nach Koh Lanta, eine Insel vor der Westküste Thailands. Wir liehen uns Motorroller aus und erkundeten ein bisschen die Gegend. Das Wetter war aber schlecht, so dass wir auch viel Zeit mit Schachspielen verbrachten…


Auf dem Rückweg von Koh Lanta nach Bangkok fuhren wir in einem Nachtbus mit Fernseher. Unter den Fahrgästen gab es auch viele Kinder. Der Film, der allerdings im Bus gezeigt wurde, den gibt es in Deutschland, laut wikipedia, in dieser Form nicht zu sehen. „The Rampage“. Der Film dreht sich um einen Durchgeknallten, welcher durch eine Kleinstadt zieht, so ziemlich jeden erschießt und am Ende flüchten kann… Mehr Story gibt es nicht.
In Bangkok trennten sich dann die Wege von Sandro und mir. Er flog nach drei Monaten Asien wieder zurück nach Deutschland, für mich ging es nach Kolkata (ehemals Kalkutta).
Thailand kann ich als Reiseland empfehlen. Die Fahrten mit Bussen und Fähren sind gut durchorganisiert. Man kommt von überall zu anderen Orten. Das Land ist recht sauber und sehr günstig. Die Autos hupen nicht und die Straßen sind nicht überfüllt. Sandro meinte, dass es ihm Norden noch besser gefallen hat. Davon werde ich mich auch irgendwann überzeugen. Er sagte auch, dass im Süden die Menschen teilweise sehr geldfixiert geworden sind. Handeln konnte man manchmal nicht mehr, auch reagierten die Menschen teilweise recht unfreundlich…
Zurück in Indien
Bei der Einreise hat mich der Beamte am Immigration Schalter gefragt, ob ich nicht was für ihn hätte. Er wollte ein Geschenk aus Deutschland haben. Ich erklärte ihm, dass er nichts von mir bekommt, weil ich ja auch schon nichts mehr dabei hatte. Alle meine Souvenirs waren schon auf dem Heimweg. Da war sie also wieder, diese Bettelei, welche ich in Thailand nicht vermisst habe. Vom Flughafen nahm ich ein Taxi in die Innenstadt und wollte zu einem Hotel. Beim Einsteigen in das Taxi wollte einer Geld haben, weil er mir gezeigt hat, wo die Taxis stehen… Die Straßen total überfüllt. Es gab mal wieder einen Streik. Für diese 20km brauchte ich 2,5h oder 3h. Die großräumige Stauumfahrung habe ich auch bezahlt. Am Hotel wollten der Taxifahrer und sein Begleiter dann noch einmal mehr Geld, weil der Umweg dann doch ein anderer war, weiter als geplant. Gezahlt habe ich auch hier nicht. Der Start in mein letztes Indienabenteuer war nicht berauschend. Schon in Thailand dachte ich, ich sollte mit Sandro zurückfliegen. Zum Schluss hat mich in Indien alles einfach nur noch angekotzt. Der Lärm, die Menschen überall, der Gestank, ständiges Betteln, alle wollen einen übers Ohr hauen, die Hotelzimmer, welche in der Budgetklasse schlimm aussehen… und mein Magen. Dieser rebellierte schon kurz vor Thailand und in Indien wurde es noch mal schlimmer. Als ich zurück in Deutschland war, hatte ich weniger als 70kg, 8kg unter Normalgewicht. Mittlerweile bin ich aber wieder fit. Auf meinen letzten Tagen machte ich nicht mehr viel. Die meiste Zeit verbrachte ich im Hotel, habe die Cricket-Weltmeisterschaft im TV geschaut und gewartet. Gewartet, dass es endlich losgeht, zurück nach Deutschland. Ich hatte keine Lust mehr. In Kolkata habe ich zwar noch ein paar Kumpels besucht, deshalb wollte ich dort eigentlich hin, aber so richtig das Wahre war es auch nicht. Sie mussten bis 6 arbeiten, dann aßen wir etwas und sie machten sich gegen 8 auch schon wieder auf den Heimweg… Ein paar Souvenirs habe ich noch gekauft und ein paar Klamotten. Diese sind dort sehr günstig. Viel war mit mir aber nicht mehr los. Fotos habe ich auch keine gemacht. Ich fühlte mich ausgebrannt, wollte nur noch heim und war froh, dass ich dann endlich los konnte…
Zum Schluss noch eine Galerie unveröffentlichter Bilder, von meinem gesamten Aufenthalt: