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A few days left

There are just a few days left. I still haven’t got my visa, so I have to go to Frankfurt embassy directly on monday. Hopefully I’ll get it.

A few days back I was remembering a SD-card, which I had with me in India and Thailand. So I found some nice pictures and a video of traffic in Pune. Take 3.5 minutes to watch this video. Unbelievable, I was surviving this traffic on my motor scooter….

I also found some nice pictures of the last weeks of my trip through India and Thailand.

One of my favourite pictures is this one of a box of muesli, cerials. Now I know, the reason of our fitness and physically superiority is muesli. Of course… Indian marketing can be sometimes strange ;-)

The following pictures are from Ajanta and Ellora caves. These caves are 1000 up to more than 2000 years old. Inside you can see very old sculptures, temples, cave pictures… The location of these both cave systems is near Aurangabad, a one night trip by bus from Pune. I recommend to make a weekendtrip and enjoy architecture, history and Buddhism.

Ayon, eric, Maite, Nail. 4 countries, 3 continents.

Ajanta

Ajanta

Ajanta

If you had only one day for a visit, I would recommend Ajanta. The view over the valley is in my opinion much better, than 30 single caves in Ellora.

The following pictures are from Varanasi and Lucknow. I spent there a few days with Lisa from France.

Lucknow is a big city on the way from Delhi to Varanasi. You’ll find great muslim architecture there.

Varanasi is on of the holiest cities in India. Located at the river Ganga. Every day there are lots of burning ceremonies, and finally the human bodies were putted into the river. When you are on a boat, sometimes a burned body will cross the way…

Thailand

At the end of my trip I spent some time with Sandro in Thailand. In one of my earlier posts you can find some informations and pictures. I told some stories about leeches. Here are the results:

They came through everything. Socks and shoes. I still have some memoirs (grains). These insects are very fast. I don’t know how the made it, but on our way back from the waterfall to our room, we were running and jumping, but we had them on our shoes the whole time…

Leech infront of a waterfall. Looks really romantic ;-)

On the way back to Bangkok we found this altar. Buddha, Fanta, flag, weapons, dinosaur and a tank. Interessting way of praying…

I’ll write my next post in a few days, with new information about my India and Nepal journey.

I haven’t checked grammar or spelling, but could somebody tell me please some words about my english, I used in my new articles?

Thank you for feedback.

cheers

eric

3 weeks left

It is February and very cold outside. Germany has local temperatures down to minus 20°C or 25°C. But so far, I haven’t seen that much snow during the last 2 years. Fortunately I spent the (horrible) winter 2010/2011 in a warm sunny area :)

On Feb 22nd, I’ll go to India again (and escape from winter). Last year in summer, during my final thesis period, I found some cheap flight offers and couldn’t resist. So I have to go again. During 6 weeks of my coming journey through India and hopefully Nepal (and Malaysia), I’d like to visit my friends, enjoy the sun, go for a walk in the Himalaya and have some nice noodles in Malaysia. This are my current ideas. Any news and pictures will be published recently.

Until this, I’d like to show the all time search engine terms (for example google), which guided someone to my blog:

gardinenstangenhalter
indian buddha tempel jungle
sri lanka
goa strandhütte
fangzaun formel 1
post im schnee stecken geblieben
singhalesen girl
trivandrum elephant
3 m hohe wellen

And I’m very confused, why somebody was clicking on my page, while looking for

erotische kekse
geldfixiert frau

and much more I’m not going to tell (in public) ;-)

eric

Finally I did it

11 Wochen bin ich nun schon wieder hier zurück. 11 Wochen in denen ich mich nun auch umgestellt habe (Mittlerweile sind es fast13…). Es gibt noch viele Dinge die es von meiner Reise zu berichten gibt und viele tolle Fotos, die ich zeigen möchte! In dieser Zeit war ich allerdings sehr unmotiviert viele Dinge anzugehen. Die ganzen kleinen Baustellen sind mittlerweile abgearbeitet. Und wie das mit den großen Baustellen so ist, man sollte einfach mal anfangen. Das habe ich in den letzten Tagen gemacht und heute ist mein Blogbeitrag dran :)
Ich berichte von meinem Trip durch Thailand zusammen mit Sandro, von meinem Trip durch die Palastregion Indiens mit Mutti und Micha und meinen letzten Tagen in Kolkata. Dazu noch ein paar kurze Lach- und Sachgeschichten.
Diesen Beitrag habe ich natürlich nicht an einem Tag geschrieben, deshalb könnten Übergänge ein wenig holprig sein, wie immer auch diesmal nicht auf Fehler kontrolliert…

Mittlerweile habe ich auch schon den Flug für meine 3. Reise gebucht. 22.2.2012 bis 4.4.2012. Es steht allerhand auf dem Plan, ich werde berichten!

Zum Zahnarzt

Während meines Aufenthaltes in Pune hatte ich das Pech, dass mir ein Stückchen einer Füllung herausgebrochen ist. „Nicht gut.“ dachte ich, „Muss ich nun doch hier in Indien zum Zahnarzt…“. Wer die hygienischen Zustände hier kennt, kann sich ein bisschen denken, was ich mir alles so ausgemalt habe. Im Internet habe ich mich dann auf die Suche nach einem Zahnarzt in Pune gemacht und bin auf einige Webseiten gestoßen. In Deutschland habe ich noch nie auf die Webseite meines Zahnarztes geguckt. „Haben die überhaupt eine?“. Die Internetauftritte der einzelnen Praxen sahen richtig gut aus. Professionell gestaltet, top Ausstattung, moderner Auftritt. Meine Sorgen wurden kleiner. Ein kleines bedenkliches Gefühl hatte ich trotz der vielen vielen Webseiten schon noch, deshalb entschied ich mich dann für den Chefzahnarzt der Commonwealth Youth Games, welche 2008 in Pune stattfanden. Auf dem Weg in die Praxis dachte ich „Wo bist du denn hier gelandet?“. Die Gebäude sahen heruntergekommen aus, der Treppenaufgang stank. Ich öffnete die Tür zur Praxis und „wow“. Wie auf den Fotos im Internet. Sauber, modern, keine Kommunikationsschwierigkeiten. Nach kurzer Wartezeit, als barzahlender Weißer wohl selbstverständlich, wurde ich in das Behandlungszimmer des Chefarztes geführt. Ein TFT-Bildschirm am Behandlungsstuhl war montiert, das hat mich schon beeindruckt. Der Chefarzt fragte mich dann auch was Sache war, hat sich meinen Zahn kurz angeschaut und mich dann an seine Kollegin weitergeleitet. Es lief dann alles ganz normal ohne Probleme. Meine Rechnung habe ich bei meiner Auslandskrankenversicherung nach meiner Rückkehr eingereicht und das Geld auch ohne weiteren Aufwand erhalten.
Die ärztliche Versorgung in Städten wie Pune ist schon recht gut, teilweise mit westlichen Standards ( ISO 9001 Zertifizierung z.B.).  Das weite Land allerdings, ist davon weit entfernt.

Suche Braut, suche Bräutigam.

Der Heiratsmarkt in Indien ist riesig. Dies kann man in den verschiedenen Tageszeitungen immer wieder lesen. Hier einige Beispiele aus der Sunday Times of India:

EB Beng Yadav Girl Nov 80 /
5‘2“, MA (Eng). Wrkg in Delhi.
Reqd Well Qulf Estb Beng
Groom (30-35). Caste No Bar.
Contact: 09980… Email:
joyd… @gmail.com

oder

NAIDU 35/160cm, MSc, medi-
um never married Govt. 38000/
Month seeks unmarried groom
35-40 OC/BC good character.
Email: … @gmail.com

Europe based Hindu Sindhi parents seek match for slim, fair, attractive daughter, 23yrs, graduate, British national with spiritual values. Seeking Hindu Sindhi professional/ post-graduate 24-28 yrs. Preference for spiritually inclined grooms willing to stele in Europe. Send bio-data & photo at: … @gmail.com

B’FUL, Fair Brh. Oct 77/5’7”
Wrk S/W USA, 100K $ seeks
h’some, smart well stld match
pref. wrk USA phone: 099…
Email: … @yahoo.co.in

Ich habe noch einige mehr davon. Dies sind ein paar Beispiele. Daran kann man schon ein paar Dinge erkennen, die für uns hier in Europa sehr ungewöhnlich sind… Das Gehalt wird gleich mit angegeben. Eltern suchen einen Mann für Töchter, die gerade in Australien, USA oder Europa sind (Ob die Eltern wissen, was die Töchter da treiben…). In den meisten Anzeigen ist von „high qualified“, MBA, Doktortiteln oder „own business“ die Rede. Die ‚einfache Bevölkerung‘ regelt das wohl eher lokal. Die Anzeigen sind sortiert nach Regionen, Kasten, Religionen, Berufen,… Die Tätigkeiten des Vaters werden manchmal mit angegeben. „Army Officer, Only child, …. Groom Defence Offr preferred…“. Die Kastenzugehörigkeit spielt offiziell keine Rolle. Offiziell. Hinter den Türen sieht die Sache natürlich anders aus. Die Unterschiede dürfen nicht zu groß sein. Internationale Ehen werden in der westlichen Welt doch deutlich mehr geschlossen, als in Indien. Der Einfluss der Familie und der Gesellschaft ist in Indien zu groß dazu.
Anfang 2011 fand in Indien eine Volkszählung statt, diese hat auch bei mir in Pune geklingelt. Ein Ergebnis ist, dass in Indien auf 1000 Männer 940 Frauen kommen. Dieses Geschlechterverhältnis schwankt regional sehr stark. In einigen Gegenden kommen auf 1000 Männer gar nur 850 und weniger Frauen. Das hat natürlich eine Menge soziale und kulturelle Probleme, wie Menschenhandel, Prostitution,…, zur Folge. In einigen Gesprächen mit ‚meinen Trainees‘ haben diese ihre Sorgen geäußert, nie eine Frau zu bekommen. Dazu musste ich allerdings sagen, dass sie gut ausgebildet sind, ein gutes Einkommen haben (was in den nächsten Jahren noch gesteigert wird) und sich deshalb keine Gedanken machen müssen. Bei den einfachen Arbeitern, Menschen im Niedriglohnbereich (was die große Masse ist) sieht die Sache deutlich schwieriger aus.

Ein wenig geschockt war ich, als ich in der englischen Ausgabe der National Geographics ( glaube Jan 2011 ) las, dass in Indien vor einigen Jahren “Sterilisationscamps” gegeben hat. Diese wurden von der Regierung eingerichtet um den Bevölkerungszuwachs ein wenig zu stoppen. Dazu wurden z.B. Schulen in eine Art Krankenhaus umgewandelt. Die Bevölkerung wurde dann ‘bestimmt gebeten’ sich sterilisieren zu lassen. Als Entschädigung gab es ein paar Monatsgehälter, für die Arme Bevölkerung eine Menge Geld.

Prachtvolle Paläste und Parks.

Als ich beschlossen habe länger in Indien zu bleiben, dachte ich mir, dass es doch eine gute Idee sei, Mutti und Micha nach Indien einzuladen. Total begeistert von dieser Idee und mit voller Aufregung in uns dreien verabredeten wir uns für Mitte Februar 2011 in Delhi auf dem Airport. In Winterklamotten eingehüllt holte ich die beiden am Flughafen ab. Das Wetter an diesem Tage war kalt, einer der kältesten Tage, welche ich während meines Aufenthaltes erlebt habe. Am Flughafen war ich jedenfalls der einzige in kurzen Hosen…
Für die zwei Wochen habe ich eine Tour organisiert, mit Auto und Fahrer. Die Telefonnummer und Emailadresse bekam ich von Bekannten, weil sie von Bekannten gehört haben sollen, dass der Fahrer ganz gut Englisch spricht, sich super in der Region auskennt und recht zuverlässig ist. Ich fragte im Dezember bei ihm an, ob er Lust und Zeit hätte uns zu fahren. Einen Tag später bejahte er dies und noch einen Tag später schickte er mir einen fertigen Reiseplan mit Kilometer- und Fahrtzeitangaben für meine Besichtigungswünsche. Ich war begeistert!

Unsere Tour:
Delhi – Agra – Ranthambor – Bundi – Udaipur – Jodhpur – Pushkar – Jaipur – Delhi


Etwa 1700 km lang. Hinzu kommen noch Fahrten an den einzelnen Orten, sowie kurze Ausflüge links und rechts des Weges. Kosten dafür, etwa 33 € pro Tag für den Fahrer, Sprit, Maut und Fahrzeug. In Indien ist es also recht günstig sich ein Auto mit Fahrer zu mieten. Für die Übernachtung muss man noch ein mal etwa 30€ für 2 Personen rechnen. In diesen Hotels ist der Standard dann allerdings deutlich höher als der Landesdurchschnitt. Die Webseite unseres Fahrers lautet:

http://www.rajasthan-car.co.cc/

In den 14 Tagen quer durch Rajastan gab es einen Überfluss an Eindrücken. Wüsten, Gemälde, Paläste, Berge, Forts, Tempel, Tempel, Tempel.

Ob die Affen mich als ihren neuen Führer akzeptieren?

Taj Mahal in Agra
Ich dachte lange Zeit, das Taj Mahal ist auch nur ein Gebäude. „Ein großer Palast, nichts besonderes.“ Als ich davor stand, änderte ich meine Meinung. Der Palast mit dem umgebenen Garten ist eines der schönsten und beeindruckensten Gebäude Indiens. Die Liebe zum Detail in Verbindung mit purer Schlichtheit fand ich sehr faszinierend. Indienbesuchern kann ich nur empfehlen, dieses Grabmal zu besichtigen.

In ähnlicher Bauweise befinden sich viele weitere Paläste in Rajastan. Auch beeindruckend, aber etwas weniger besucht.

Über die 2 Wochen gäbe es sicherlich noch eine ganze Menge mehr zu berichten, aber das würde den Rahmen sprengen. Deshalb einfach noch ein paar Eindrücke

In der Region Rajastan gibt es keinen ÖPNV. Als ‘Busse’ werden Jeeps eingesetzt und diese dann vollgepackt…

Warum die Inder ein prüdes Volk geworden sind, kann ich nur mutmaßen. Ich denke, es liegt und lag an dem starken muslimischen Einfluß über die letzten Jahrhunderte. Jedenfall finden sich auf vielen Tempeln Bilder mit stark erotischen oder gar pornografischen Inhalten

Auf vielen Bildern werden die Geschichten der Götter und der Maharadschas erzählt. Meist dreht es sich dabei um die Jagd oder um Frauengeschichten…

Ich habe während meines Asienaufenthaltes an mehreren Safaris teilgenommen, um Tiger oder andere Raubkatzen zu sehen. Mittlerweile denke ich jedoch, dass man es lassen sollte. Ich werde mich nicht mehr auf die Suche nach dem Tiger begeben und ihn einfach in Ruhe lassen. Die Chancen, einen der wenigen verbliebenen Tiger zu sehen sind ziemlich schlecht. Hier ein Foto von den Safarijeeps.

Der Lotustempel in Delhi. Ein Ort für alle Religionen.

Unser Fahrerhat uns auf dem Weg auch sein Haus gezeigt. Das ist mit unserem Leben nicht zu vergleichen. Auf dem Bild könnt ihr eine blaue Hütte sehen. Die Grundfläche beträgt etwa 25m² und besteht aus nur einem Raum. In diesem Raum stehen die Betten, eine Herdplatte, ein Fernseher und alle anderen (einfachen) Dinge, die eine 6-köpfige Familie so braucht. Die Toilette befindet sich draußen im Feld. Zum Waschen wird Wasser aus dem Brunnen geholt. Ein Mobiltelefon besitzen trotzdem alle…

Thailand

Als ich 2010 hörte, dass sich Sandro auf einen Asientrip, nach der bestandenen Prüfung, begeben würde, haben wir gleich beschlossen, ein Stückchen, 2 Wochen, gemeinsam loszuziehen. Unsere Pläne wurden mehrfach verworfen und geändert, wie es halt immer so ist. Es standen abwechselnd mal Iran, Pakistan, Indien, Nepal, Vietnam und Malaysia auf dem Plan. Letztendlich ist es Thailand geworden und es war eine richtige Entscheidung. Wir trafen uns in Bangkok, blieben dort 2 Tage und verbrachten diese mit Essen (mein Beitrag von März!) und Umherlaufen.

Danach fuhren wir mit dem Zug nach Süden, um in Chumpon die Fähre nach Koh Tao (im Golf von Thailand, also östlich des Festlandes) zu nehmen. Auf der Zugfahrt hatten wir nur Fahrscheine für die halbe Strecke, weil die volle Strecke ausgebucht war. Allerdings blieben wir sitzen, es hat keiner nach unseren Fahrscheinen gefragt und es kam auch keiner, der sich auf unsere Plätze setzen wollte. Von Chumpon ging es mit der Fähre nach Koh Tao. Wir hatten noch gutes Wetter. Kurze Zeit nach unserem Thailandaufenthalt mussten von Koh Tao die Gäste mit dem Militär evakuiert werden und in weiten Teilen Indiens kam es zu schweren Überschwemmungen. Die Zeit auf der Insel verbrachten wir mit Schachspielen, Essen, Kajakfahren und Wandern. In diesen 2 Wochen Thailand habe ich meine Liebe zu Frucht- und Milchshakes gefunden. Diese waren immer frisch und super lecker. Sobald ich im Besitz meines Lieblingsküchengerätes bin, werde ich diese Shakes auch hier in Deutschland zaubern. Auch hatten wir einen Lieblings-pan-cake-Stand. Er hat die besten Pfannenkuchen, Plinsen oder Eierkuchen der Insel gemacht. Verbunden mit einer Show aus fliegenden Messern und minimalistischem Sound.
An einem Tag  auf Koh Tao machten wir uns auf dem Weg nach Koh Samui zu der bekannten ‚Full Moon Party‘. Ein Kilometer langer Strand wurde in eine einzige Partymeile verwandelt. Einheimische, die Berge von Alkohol verkauften und Musik aus allen Ecken. Irgendwie war uns nicht nach Besaufen (mir ist ja nie danach) und deshalb konnten wir das alles nicht ganz so gut ertragen.

Mir persönlich waren alle ein bisschen zu durchgeknallt, zu bekloppt, zu kommerzialisiert. Die Nacht überstanden wir und fuhren mit der ersten Fähre zurück nach Koh Tao. Einen weiteren später fuhren wir zurück auf das Festland. Wir ließen uns vom Busshuttle des Fährunternehmers in die Innenstadt bringen und fragten uns dann dort zum Highway durch, weil wir trampen wollten. Die Idee des Trampen fanden viele total verrückt.

Wir sollen doch ein Taxi oder Bus nehmen, die kosten ja nicht viel usw. hörten wir oft. Als wir von einem Sammeltaxi an der Straße abgesetzt wurden, ging es los. Daumen raus. Erstaunlicherweise hat es nie so lange gedauert, bis jemand anhielt und uns mitnahm. Sandro meinte, dass es im Norden Thailands noch deutlich einfacher gewesen sei zu trampen. Als erstes hat uns ein Handelsvertreter mitgenommen. Dieser zeigte uns unterwegs noch einige Früchte, welche wir noch nicht kannten. Nach einer Weile trennten sich unsere Wege und wir hielten erneut den Daumen raus. Es hielt ein Bus des Fährunternehmers, mit dem wir einige Stunden vorher nach Chumpon gefahren sind. Nach einem Telefonat mit der Chefin des Busfahrers (sie hatte am Morgen schon gesagt, dass wir verrückt seien) mussten wir nur 2 € zahlen um mitzufahren. Wir nahmen das Angebot an. Nach einiger Zeit trennten sich auch hier unsere Wege und es folgte etwas sehr beeindruckendes. Wir wurden von einem Ehepaar aufgegabelt, Vater Professor, Mutter vermutlich Hausfrau, die Töchter Mitte 20 auf der Welt verteilt. Es wurde zeitig dunkel und da wir auch „ihre Kinder sein könnten“, entschieden die beiden uns direkt zu unserem Ziel dem Khao Sok Nationalpark zu fahren. Sie machten dafür einen Umweg von 80 (!) Kilometern. Ich bekam noch eine Visitenkarte mit der Adresse. Als Dankeschön schickten wir eine Karte aus Deutschland nach Thailand. Ich hoffe, sie ist angekommen.
Khao Sok ist ein Nationalpark im Süden Thailands, nicht weit weg von der Westküste. Wir kamen abends an, wurden am Eingang abgeladen und machten uns auf die Suche nach einer Unterkunft. Zunächst versuchten wir im Nationalpark eine Unterkunft zu bekommen, allerdings sagten die Ranger am Eingang, dass alles voll sei. War auch gut so, da die Unterkünfte drinnen deutlich teurer waren als draußen und die Distanz zwischen drinnen und draußen nur wenige Hundert Meter beträgt. Wir klapperten verschiedene Rezeptionen ab, die alle direkt an der Straße verteilt waren und fragten nach den Preisen. Mit freundlichem Auftreten und ein bisschen Handeln bekamen wir einen einfachen Bungalow im Green Valley Resort für insgesamt 400 Baht statt 700. Macht 5€ pro Person und Nacht, inklusive WLAN. Hier buchten wir eine Tagestour in den Park hinein. Wir starteten morgens, fuhren eine Stunde mit dem Auto zu einem riesigen See und fuhren danach noch eine Stunde mit dem Boot ins Innere des Parks. Es folgte, nach dem Frühstück, eine Tour durch den Dschungel und durch eine Höhle. Wir durchschwammen und durchwanderten in etwa 50min die Höhle von einem Ende zum anderen, mit Kopflampen ausgerüstet. War schon etwas abgefahren. Auf dem Rückweg habe ich dann auch meine erste Blutegelerfahrung gemacht. Dieser Egel sah noch recht klein aus, ganz anders als ich das Bild aus dem Fernsehen im Kopf hatte. Aber das sollte auch noch folgen.


Nach der Tour gab es noch ein paar Sprünge in das Dschungelfreibad. Man kann dort in der Wildnis auch ein paar Tage übernachten…

Am zweiten Tag machten wir uns zu Fuß von unserem Bungalow aus auf einem Trampelpfad durch den Nationalpark. Der Weg führte 8km rein zu einem Wasserfall und den gleichen Weg wieder zurück. Der Beginn war noch recht einfach, befestigter, breiter Weg. Später wurde es ein Pfad und teilweise mussten wir an großen Wurzeln entlang klettern um weiterzukommen. Meine Blutegelerfahrung vom Vortag sollte nicht die letzte gewesen sein. Der Boden wimmelte nur so von den Viechern. Abziehen könnte man die nicht, weil die Blutegel so glitschig sind und sich so sehr festgesaugt haben, dass diese wieder zurückschnipsen. Ein Feuerzeug hatten wir nicht mit, um diese kurz zu schocken und dann zum lösen zu bringen. Die effektivste Methode war dann das Wegschnipsen des Blutegels (so wie der ein oder andere es mal mit Popeln gemacht hat ;) ). Dabei mussten wir allerdings aufpassen, dass wir nicht auf dem Boden standen, sonst kommt ein neuer, wenn man zwei entfernt hat. Diese Dinger sind schnell und im Schlamm verdammt gut getarnt. Die kriechen sogar zwischen die Zehen, dass bei geschlossenem Trekkingschuhwerk und Socken… Vollgesogen haben die dann auch schon eher die Größe aus dem Fernsehen. Den Wasserfall erreichten wir nach vielen vielen Pausen. Wir stellten uns auf große Steine im Fluss und mussten dort ein kleines Massaker veranstalten, weil wir uns für den Rückweg komplett befreien wollten. Das war auch eine recht blutige Angelegenheit… Den Rückweg haben wir dann sehr zügig, teilweise joggend, zurückgelegt, damit die Blutegel keine Zeit mehr hatten um sich am Schuhwerk festzusaugen und hochzukriechen…
Nach dem Nationalpark ging es für uns noch kurz nach Koh Lanta, eine Insel vor der Westküste Thailands. Wir liehen uns Motorroller aus und erkundeten ein bisschen die Gegend. Das Wetter war aber schlecht, so dass wir auch viel Zeit mit Schachspielen verbrachten…


Auf dem Rückweg von Koh Lanta nach Bangkok fuhren wir in einem Nachtbus mit Fernseher. Unter den Fahrgästen gab es auch viele Kinder. Der Film, der allerdings im Bus gezeigt wurde, den gibt es in Deutschland, laut wikipedia, in dieser Form nicht zu sehen. „The Rampage“. Der Film dreht sich um einen Durchgeknallten, welcher durch eine Kleinstadt zieht, so ziemlich jeden erschießt und am Ende flüchten kann… Mehr Story gibt es nicht.
In Bangkok trennten sich dann die Wege von Sandro und mir. Er flog nach drei Monaten Asien wieder zurück nach Deutschland, für mich ging es nach Kolkata (ehemals Kalkutta).

Thailand kann ich als Reiseland empfehlen. Die Fahrten mit Bussen und Fähren sind gut durchorganisiert. Man kommt von überall zu anderen Orten. Das Land ist recht sauber und sehr günstig. Die Autos hupen nicht und die Straßen sind nicht überfüllt. Sandro meinte, dass es ihm Norden noch besser gefallen hat. Davon werde ich mich auch irgendwann überzeugen. Er sagte auch, dass im Süden die Menschen teilweise sehr geldfixiert geworden sind. Handeln konnte man manchmal nicht mehr, auch reagierten die Menschen teilweise recht unfreundlich…

Zurück in Indien

Bei der Einreise hat mich der Beamte am Immigration Schalter gefragt, ob ich nicht was für ihn hätte. Er wollte ein Geschenk aus Deutschland haben. Ich erklärte ihm, dass er nichts von mir bekommt, weil ich ja auch schon nichts mehr dabei hatte. Alle meine Souvenirs waren schon auf dem Heimweg. Da war sie also wieder, diese Bettelei, welche ich in Thailand nicht vermisst habe. Vom Flughafen nahm ich ein Taxi in die Innenstadt und wollte zu einem Hotel. Beim Einsteigen in das Taxi wollte einer Geld haben, weil er mir gezeigt hat, wo die Taxis stehen… Die Straßen total überfüllt. Es gab mal wieder einen Streik. Für diese 20km brauchte ich 2,5h oder 3h. Die großräumige Stauumfahrung habe ich auch bezahlt. Am Hotel wollten der Taxifahrer und sein Begleiter dann noch einmal mehr Geld, weil der Umweg dann doch ein anderer war, weiter als geplant. Gezahlt habe ich auch hier nicht. Der Start in mein letztes Indienabenteuer war nicht berauschend. Schon in Thailand dachte ich, ich sollte mit Sandro zurückfliegen. Zum Schluss hat mich in Indien alles einfach nur noch angekotzt. Der Lärm, die Menschen überall, der Gestank, ständiges Betteln, alle wollen einen übers Ohr hauen, die Hotelzimmer, welche in der Budgetklasse schlimm aussehen… und mein Magen. Dieser rebellierte schon kurz vor Thailand und in Indien wurde es noch mal schlimmer. Als ich zurück in Deutschland war, hatte ich weniger als 70kg, 8kg unter Normalgewicht. Mittlerweile bin ich aber wieder fit. Auf meinen letzten Tagen machte ich nicht mehr viel. Die meiste Zeit verbrachte ich im Hotel, habe die Cricket-Weltmeisterschaft im TV geschaut und gewartet. Gewartet, dass es endlich losgeht, zurück nach Deutschland. Ich hatte keine Lust mehr. In Kolkata habe ich zwar noch ein paar Kumpels besucht, deshalb wollte ich dort eigentlich hin, aber so richtig das Wahre war es auch nicht. Sie mussten bis 6 arbeiten, dann aßen wir etwas und sie machten sich gegen 8 auch schon wieder auf den Heimweg… Ein paar Souvenirs habe ich noch gekauft und ein paar Klamotten. Diese sind dort sehr günstig. Viel war mit mir aber nicht mehr los. Fotos habe ich auch keine gemacht. Ich fühlte mich ausgebrannt, wollte nur noch heim und war froh, dass ich dann endlich los konnte…

Zum Schluss noch eine Galerie unveröffentlichter Bilder, von meinem gesamten Aufenthalt:

pictures

Eine Sammlung von Eindrücken

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Bin gerade mit Sandro in Bangkok. Statt „One night in Bangkok“  waren es zwei. Am Sonntag, den 13.03. bin ich in BKK gelandet. Sandro hat mich abends auf dem Flughafen abgeholt. „Endlich mal wieder ein bekanntes Gesicht“ ;) Wir konnten dann viele ‚Travelergeschichten‘ austauschen. Sandro, wie er eine Nacht im Gefängnis in Laos saß und im Dschungel 24h verloren und verlaufen war (dementsprechend zugerichtet sah er auch aus, als er mich abholte…), ich, von meinem schweren Unfall und der Delhi Metro…

Übernachtet haben wir hier in einer super Jugendherberge. ‚Ma Dee‘ heißt diese, in BKK, Straße Sukhumvit 50. In den letzten 8 Monaten habe ich kein besseres Preis-Leistungsverhältnis gefunden. Die Zimmer und Gemeinschaftswaschräume waren richtig (!) sauber, klimatisiert ( bei uns im Zimmer auf angenehme 28°C eingestellt), freies WLAN im gesamten Haus… für  knapp 4€ die Nacht im Gemeinschaftszimmer.

Nach meiner Ankunft und dem Einchecken, wollten wir noch eine Kleinigkeit futtern gehen. Haben „Spicy Salad and Frog“ bestellt, leider war dann plötzlich die Küche schon zu. War auch schon spät. Essen gab es dann woanders an der Straße. Am nächsten Tag sind wir nur durch die Stadt gelaufen, haben gegessen und gequatscht. Schweinefleisch (habe schon ewig kein totes Schwein mehr gesehen) mit Nudeln zum Frühstück, viel Ananas zwischendurch, ein Skorpion als Snack am Straßenstand und ein *fettes* Buffet zum Abend.

Der Skorpion hat nach nicht viel geschmeckt. War sehr sehr gut durch geröstet und verwürzt. Ich habe nur die Gewürze schmecken können. Viel Fleisch war auch nicht dran…

Das Buffet abends war ein Traum. Viele verschiedene Fleischsorten zum selber Braten auf der Tischpfanne, verschiedene Salate, frisches Obst, Toast und Marmelade ( habe mich auch gewundert…) Krebse, Riesengarnelen, Muscheln, Nudeln, Nudeln und Nudeln in verschiedenen Sorten…

Heute , Dienstag den 15.03., geht es Richtung Süden. Ich bin das erste Mal in Thailand und es ist schon ein kleiner Traum. Keine Hupen, die Straßen sauber, die Infrastruktur ist modern, leckeres Essen, Miniröcke (bin zwar seit 8 Monaten in der Sonne, gesehen habe ich aber nicht viele…) und schönes Wetter, an das ich mich allerdings noch gewöhnen muss (die Wärme hier ist viel feuchter)

Den folgenden Text habe ich schon vor einiger Zeit vorgeschrieben, müssen nun los, Zugfahren, 500km Richtung Süden :)

Unfall

Im Moment bin ich im Norden durch die Wüste unterwegs. Zusammen mit einem Fahrer, Mom and Micha, die meiner Einladung, mich in Indien zu besuchen, um denen „mein Indien“ zu zeigen, gefolgt sind. In Pune habe ich mich öfter gefragt, warum es nicht öfter im Straßenverkehr kracht. Das liegt wohl vor allem an den Geschwindigkeiten in der Stadt, welche selten 30 km/h überschreiten. Bei unserer Fahrt, durch die Wüste Rajastans fielen uns die vielen vielen Glassplitter auf, welche rechts und links neben der Straße liegen. Allerdings erst, als es uns selber erwischt hatte.

Wir fuhren in unserem Ambassador, glücklicherweise ein sehr „robustes“ Fahrzeug, Richtung Jodhpur. An der Straße, welche „eigentlich“ die Bezeichnung „Highway“ hat, gibt es Abzweigungen auf weiterführende Feldwege.  An einer dieser Abzweigungen kam uns ein LKW entgegen. Hinter dem LKW, nicht sichtbar für uns, ein Motorrad, mit zwei Personen, ohne Helm, und einer Gasflasche beladen. Die Gasflasche habe ich später nicht mehr gesehen, lag irgendwo im Graben. Das Motorrad bog direkt ab, ohne den Gegenverkehr, also uns, zu beachten. Wir waren nicht schnell unterwegs, aber zu schnell, um sofort zu stehen. Das Motorrad bewegte sich quer zu unserer Fahrtrichtung. In den Bruchteilen von Sekunden habe ich mich nur noch mit dem linken Bein in meinen Beifahrersitz gedrückt, das Rechte abgewinkelt und angezogen, meinen Oberkörper abgedreht, den rechten Arm angewinkelt und den Ellenbogen vor mein Gesicht gezogen und die Augen zusammengekniffen. Ich kann mich noch daran erinnern, dass es ganz kurz dunkel wurde, als einer der Motorradfahrer auf uns zu geflogen kam. Dann hat es laut gekracht, die Frontscheibe ist gesplittert. Glücklicherweise habe ich nur einige Kratzer am Arm, der vor meinem Gesicht war, und an den Beinen abbekommen. Der Motorradfahrer, vielleicht war es auch nur der Motorradbeifahrer, rollte halb schräg über das Auto… Den Autoinsassen geht es 99% gut, ein Motorradfahrer war nur kurz im Krankenhaus, der zweite ist auf dem Weg der Besserung und wird wohl wieder.

Als das Auto stand, bin ich noch nicht gleich ausgestiegen, weil ich noch meinen ganzen Körper von den Splittern befreien wollte. Nachdem ich dann draußen war, standen mitten in der Wüste bestimmt 50 Leute um uns herum. Wo die alle so schnell herkamen, keine Ahnung. In Indien kommt es sehr oft vor, dass der Fahrer des größeren Fahrzeuges nach einem Unfall gelyncht wird. Zunächst unabhängig von der eigentlichen Schuldfrage. In den Tageszeitungen liest man auch öfter von Fahrerflucht, lieber von der Polizei gefasst werden, als von der Meute. Vielleicht lag es daran, dass unser Fahrer Glück hatte, vielleicht auch daran, dass ‚Foreigner‘ dabei waren. Jedenfalls hat mir der Fahrer seine wichtigsten Dinge anvertraut, Portmonee, Mobiltelefon und zusätzlich einen ganzen Batzen Geld, ich sollte gut darauf aufpassen.

Die Polizei war recht schnell da und wollte KEINE Aussage von uns. Auch um den Verletzten haben sich andere gekümmert. Gekümmert, nicht so, wie ich es tausendfach in den militärischen Übungen gelernt habe, sondern, sie haben den auf der Straße liegenden Motorradfahrer ‚aufgehoben‘ (einer vorne, einer hinten), in ein Auto gehievt und weggefahren. Nach einer Weile kam dann auch der Krankenwagen, drehte eine Runde und fuhr dann wieder. Ob er den zweiten Motorradfahrer mitnahm, weiß ich nicht.

In der Zwischenzeit wurden wir von der Polizei gefragt, ob wir uns über die Motorradfahrer oder unseren Fahrer ‚beschweren‘ wollen. ‚Complain‘ würde ich auch mit ‚Anzeige erstatten‘ übersetzen. Unsere Verneinung wurde dann noch schriftlich festgehalten. Geschrieben hat den Text auf ein weißes Blatt ein Passant, welcher als Übersetzer zwischen den Polizisten und mir eingesprungen ist. Wie er dazu kam, weiß ich nicht, plötzlich hat er die Dinge gemanagt. Vordrucke oder sowas gab es nicht. Wir verzichteten also auf irgendwelche Schritte, uns ging es ja halbwegs gut, und damit war laut Polizei die Sache für uns erledigt.

Lach- und Sachgeschichten

Nun zu den witzigeren Dingen, die ich eigentlich schreiben wollte :) Reiseberichte, die noch fehlen, folgen, irgendwann…

Als ich eines Nachts mit meiner Honda Activa auf dem Highway in Richtung Pune unterwegs war, habe ich die Geschwindigkeit meines Rollers getestet. Es war halb 1 in der Nacht und ich fuhr vom Haus meiner Trainees zurück nach Pune. Geschafft habe ich in dieser Nacht 85 km/h (also schon im roten Bereich der Anzeige..), als plötzlich der Motor nur noch ein bisschen gezuckt hat. „Scheiße“ dachte ich, „jetzt hast du die Maschine kaputt gemacht!“. Ich rollte noch ein Stückchen, bis ich dann auf dem Seitenstreifen zum stehen kam. Versuche eines erneuten Startens des Motors schlugen fehl. Es hielt dann ein anderer Motorradfahrer an, ohne dass ich jemanden gerufen hatte. „It’s not  working“ meinte ich. Er probierte es dann und fragte, ob ich noch genug ‚Petrol‘ hätte. „Ja“ meinte ich, die Anzeige steht ja die ganze Zeit auf ‚halbvoll‘. Die ganze Zeit auf halbvoll. Das war auch das Problem. Meine Tankanzeige funktionierte nicht (hatte die Activa erst an diesem Tage neu bekommen) und ich hatte es nicht gemerkt. Glückspilz, wie ich bin, blieb ich natürlich nur 100m vor einer Tankstelle stehen. Glückspilz, wie ich bin, hatte diese nicht schon gegen elf Uhr zu, wie normalerweise. Ich habe noch schnell eine Wasserflasche geleert, bin mit dieser zur Tankstelle gelaufen, einen Liter eingefüllt, zurück zum Bike, ‚aufgetankt‘, nochmal zur Tankstelle, einen Liter holen und zurück. Siehe da, es ging wieder :) In der Zwischenzweit hielt auch noch ein LKW, um zu schauen, ob alles ok ist. Auf der weiteren Fahrt zurück hatte ich dann ein ‚richtig fettes Grinsen‘ im Gesicht…

Eines Nachts fuhr ich mit meinem Bike nach Hause, als 200m vor meiner Haustür, kurz hinter einer Brücke, eine Straßensperre errichtet war. Ich wurde angehalten und nach meinen Papieren gefragt. Meinen deutschen Führerschein hatte ich nicht dabei (die indische Fahrerlaubnis auf ‚legalem‘ Wege zu bekommen habe ich aufgrund von ewigen bürokratischen Hürden aufgegeben). Also wollte der Polizist Geld haben. Ich weiß nicht mehr, ob wir uns ‚geeinigt‘ haben oder er von vornherein nur 200 Rs haben wollte. Einige Tage später, selbe Stelle, Zeit war ungefähr gleich, wieder eine Kontrolle. Meine Fahrerlaubnis hatte ich mit. Allerdings glaube ich nicht, dass die mit dieser etwas anfangen konnten, der Polizist hat jedenfalls nicht genau drauf geschaut. Die Fahrerlaubnis hat er akzeptiert und dann nach der „Pollution card“ gefragt. Diese hatte ich auch. Die Fahrzeugregistrierung, wohl ähnlich dem Fahrzeugschein oder –brief, konnte ich nicht zeigen. 100 Rs. Auch dies natürlich ohne Quittung. Schade, ich dachte, ich komme ohne „Schmiergeldzahlungen“ durch Indien. Aber was sollte ich machen. Mitten in der Nacht, ich wollte Heim, lange diskutieren, ohne ein Wort zu verstehen? 1,66 € ( 100Rs) war es dann wert… Noch eine Nacht später, gleiche Stelle, ich habe nicht gelernt, wieder eine Kontrolle. Die Registrierung konnte ich wieder nicht vorzeigen. Der Polizist sagte dann „500 Rupees.“. Ich „I don’t pay 500“. Der Polizist meinte dann „Government bill, 500 Rs“. Ich wollte das nicht bezahlen, sagte dann, dass ich das letzte mal nur 100 Rs bezahlt hätte. Diese Ausrede wollte der Polizist nicht gelten lassen. Also zog ich einen 100 Rs – Schein aus einer separaten Hosentasche (angelengt, damit die nicht in mein Portmonee schauen können!), hielt ihm den Schein hin und habe den Polizisten angeschaut. Wohl, um weitere Diskussionen zu vermeiden, lies er mich ziehen… Meine Diskussion um die Verhandlung der Korruption habe ich ins Facebook gestellt. Eine Freundin erinnerte sich daran, als sie nach einer roten Ampel aus dem Verkehr gezogen wurde… „My friend payed only 100 Rs. Why should I pay 500?“ … und sie zahlte nur 100 Rs…

Ganz am Anfang, als ich mein Bike abgeholt habe, wurde ich gefragt, ob ich denn ein Rücklicht bräuchte. Ich habe mich dann dafür entschieden es zu nehmen.

Letztes Jahr hatte ich mal Probleme mit dem Auspuff, er war angebrochen. Als ich auf dem Weg nach Pune war, um es von meinem Mechaniker reparieren zu lassen, fiel mir der Auspuff mitten auf dem Highway ab und schleifte noch hinterher. Ich links rangefahren, da war eine Reihe kleinerer Geschäfte. Ich habe meinen Mechaniker angerufen, ihm die Sache erklärt und dann einfach mein Telefon einem anderen, welcher zu einem Reifenserviceladen gehört, in die Handgedrückt. Das funktioniert in Indien erstaunlich gut, wenn man das Telefon Wildfremden, ohne Vorwarnung, in die Handdrückt. Nach einem kurzen Gespräch holte der Wildfremde ein paar Kabelbinder und hat meinen Auspuff notdürftig befestigt. Ich bin dann einen Kilometer zurück, habe das Bike abgestellt und stattdessen den Zug genommen…

 Kreativität

Meiner Meinung nach ist Kreativität und Um-die-Ecke-denken bei Indern ein Problem. In der Unternehmerzeitung (von denen gibt es richtig viele, richtig gute Magazine) „entrepreneur“ stieß ich auf einen Artikel zum Weg in die Selbstständigkeit. Der Autor schreibt, dass es ein Problem sei, dass Kreativität nie gefordert oder gefördert wird, man aber kreativ sein muss, wenn man selbstständig werden will. Diese mangelnde Flexibilität, bzw. der fehlende Plan B, habe ich schon öfter festgestellt, paar Beispiele möchte ich ausführen.

Als ich mit Svea auf dem Weg zur Hochzeit war, hatten wir noch keine „Wedding card“. Also baten wir unseren Taxifahrer an einem Stand oder Geschäft anzuhalten, wo wir eine kaufen könnten. Er meinte, man müsse die eine Woche vorher bestellen. Für ihn war die Sache damit erledigt. Also mussten wir ihn davon überzeugen an einem großen Einkaufsladen anzuhalten. Wir sind in den Laden rein (hatten damals unsere echt indischen Kleider an, die Leute haben geguckt ;) ) und haben am Serviceschalter gefragt, ob es Hochzeitskarten gibt. „Nein haben wir nicht“. Thema erledigt. Später noch mal bei mehreren nachgehakt, ob vielleicht andere Glückwunschkarten? „Nein“. Also schauten wir uns selber um und fanden Karten, schön verziert, zum selber beschreiben… Das Personal und auch der Taxifahrer machten nicht den Eindruck, als ob sie nicht gewusst hätten, dass es diese gibt, sie haben nur nicht so weit gedacht.

Mein Inder fragen mich öfter, in wie vielen Ländern ich schon war und sie meinen, dass es für sie nicht so einfach ist, zu reisen. Allerdings habe ich auf meinen Touren durch Indien ein paar Inder getroffen, die Reisen. Diese meinten es ist nicht so schwierig für sie, man muss sich halt nur informieren und kümmern, dann klappt das. Ein Land wie Thailand ist sogar für Inder nicht teuer.

Ein weiteres Beispiel ist eine Situation aus der company. Ein erfahrener Arbeiter hat schon viele Pumpen eines Typs zusammengebaut. Einmal sollte er eine Pumpe ähnlichen Modells bekommen, mit kleinen Unterschieden zum vorherigen Modell. Er baute also auch diese zusammen, stellte aber mittendrin fest, dass ein Teil der Dichtung nicht passt, obwohl es doch sonst immer passt. Der Arbeiter hat nun aber einfach weiter gemacht, ohne um sich um das nichtpassende Teil zu kümmern. Als die Pumpe dann fertig war (eigentlich ja nicht) wurde sie kontrolliert und dort dann festgestellt, dass die Dichtung nicht stimmt und diese nicht funktionieren kann. Also musste die komplette Pumpe zerlegt und wieder neu zusammengebaut werden. Es handelte sich nicht um ein paar Minuten. Der Zusammenbau hat mehrere Stunden gedauert. Dann ist es natürlich noch ärgerlicher, dass Ressourcen dafür benötigt werden.. Den gleichen Arbeiter habe ich in einer anderen Situation mal gefragt, warum er weiter zusammensetzt, obwohl sich die Achse nicht frei drehen lässt. Das sei nicht seine Aufgabe meinte er, er solle nur das machen…

Woran liegt das? Sicher auch viel an dem Schulsystem. Mit den zwei  Schweizer Mädels, sie waren Sprachtherapeuten in einer Schule, tauschte ich mich über den Unterricht aus. Auch bei Berliner Studenten in Pune hörte ich mit. Ein Großteil der Zeit verbringen die Schüler mit Auswendig lernen. In der Schule wird stundenlang von 1 bis 100 gezählt oder im Englischunterricht das ABC aufgesagt. Wenn denn die Lehrer mal da waren und die Kinder nicht sich selbst überlassen haben… Im Studium wird auch extrem viel Wert auf das sture Lernen von Fakten gelegt. In Deutschland ist es, je nach Studienrichtung, in einigen Fächern auch der Fall. In Indien in jedem. Vieles hängt auch mit dem tiefen Glauben in die Tradition zusammen. Z.B. kann ich nicht verstehen, warum Frauen in ihren schönsten Kleidern Tag für Tag auf dem Bau schuften und diese dort dreckig machen. Oder ich kann auch nicht verstehen, warum viele Inder auf dem Land Waren auf dem Kopf umher schleppen, anstatt einen einfachen Karren mit der 10-fachen Ladekapazität statt des Kopfes, bei deutlich höherem Transportkomfort zu benutzen…

Für Ausnahmen, die Spitzenkräfte in Indien gibt es die IITs, Indian Institute of Technology (also die MIT Indiens). Von diesen Unis kommen dann die, die es richtig drauf haben (und dementsprechend bezahlt werden, bezahlt werden wollen). Ich hatte das Glück einen als Trainee in der company zu haben. Von ihm konnte ich jede Menge im Bereich des angewandten Operations Management lernen und er ist ein richtig guter Kumpel geworden. Zum Leidwesen (zumindest meine Meinung) der company  wird er diese schon nach 10 Monaten wieder verlassen. Gründe sind zum einen das Gehalt und zum anderen die Perspektive, welche man ihm nicht bietet…

In Indien werden jedes jahr 300.000 Ingenieure ausgebildet. Für den Weltmarkt tauglich werden nur etwa 20% gehalten, sagt zumindest Narayana Murthy, einer der Gründer des indischen Erfolgsunternehmen ‚Infosys‘ im Buch „A better India, a better world“.

 Geschäfte machen

In Goa habe ich einen Schmuckhändler gefragt, warum sein Laden immer leer sei. Zunächst hat er ein bisschen drumherum geredet und mir dann erzählt, dass er nur 4 bis 5 Kunden pro Saison (!) benötigt um seine Geschäfte zu machen. Er wartet nicht auf mich, den Studenten aus Deutschland oder die englische Yoga-Touristin. Er wartet auf den Russen. Nach einer Weile hat er mir dann die Kreditkartenabrechnung seiner Kunden gezeigt. Diese Kunden spenden dann innerhalb kurzer Zeit 7000 US$ in dem Schmuckgeschäft. Eine ganze Menge Kohle. Die Kreditkartenabrechnungen haben Beträge von 120.000 Rupees angezeigt, das sind Jahresgehälter meiner Kumpels. Der Schmuckhändler erklärte mir, den Deutschen preise ich das Teil für 1000 an und sie kaufen es für 200 Rupees (3,30€). Den Russen muss ich es für 2.000 anpreisen, weil sie es günstig nicht kaufen würden…

Kerala & Goa

Bin nun wieder zurück in Pune. Werde hier noch einige Tage bleiben, bevor es dann Mitte Februar in Richtung Norden geht. Im Moment fesselt mich “Prison Break”. Die erste Staffel mit 21 Folgen habe ich innerhalb weniger Tage vertilgt. Wow, kann ich nur empfehlen. Kann mich auch nicht erinnern, dass mich eine Serie schon einmal so gefesselt hat. Allerdings bin ich auch nicht der typische Serien- oder TV-gucker. Vielleicht sind noch mehr Serien so spannend?

Kerala

Am 20. Dezember habe ich mich mit Svea auf den Weg in Richtung Süden gemacht. Erste Station war Cochin (Kochi, Kochin). Dort sind wir spät abends angekommen, schnell ins Homestay ( Familienhaus, was einige Gästezimmer anbietet, meist im Anbau) und geschlafen. Am nächsten Morgen stand dann die Besichtigung einiger wichtiger Punkte an. Die älteste Kirche (Süd-?)Indiens, mit Weihnachtsschmuck,

Tempel,

Fischernetze im Hafen,

 Fischmärkte…

In den Wochen an der Küste habe ich sehr viel Fisch gegessen. Das Hai-Steak hat mir allerdings nicht geschmeckt.

Kochi war nur ein erster kurzer Stopp. Waren hier nur einen knappen Tag. Viel wichtiger war uns Munnar.

Von Kochi nach Munnar sind es etwa 140km und dafür haben wir uns ein Auto mit Fahrer gemietet. Ist zwar immer noch deutlich teurer als Bus, aber zu zweit kann man sich den “Luxus” doch mal gönnen. In Munnar selber gibt es nicht viel. Ein paar Shops, Gästehäuser, Internetcafes, Straßenstände. Das besondere auf 1600m Höhe im Gebirgszug der Westghats ist der Tee. Rundherum um diese Stadt Teeplantagen. Soweit das Auge reicht. Diese grüne Farbenpracht war eine wahre Erholung zum Staub der Stadt.

Bis es soweit war, mussten wir uns allerdings noch ein wenig zu unserer Unterkunft “durchkämpfen”. Svea hatte alle Unterkünfte vorher per Internet und Telefon reserviert. Für unser Hotel “Munnar Inn” wurde auch schon eine kleine Anzahlung getätigt. Waren so 3 €. Als wir im Hotel ankamen, sagte man uns, dass es voll und ausgebucht sei. Ein Hotelangestellter ist dann mit uns und unserem Fahrer in ein Zweites gefahren. Dort haben wir uns ein Zimmer ausgesucht und wollten danach den Papierkram erledigen.

Papierkram in Indien heißt “C-Form”. Eine Registrierung für ausländische Gäste. Diese muss in jedem Hotel, jeder Unterkunft ausgefüllt werden. Diese Registrierung beinhaltet alle möglichen Pass- und Visadaten, sowie, in welchem Ort man vorher war, wohin man weiter reisen will, über welchen Flughafen man nach Indien gekommen ist,… quasi eine genaue Protokollierung der Bewegungsdaten…

Beim Ausfüllen der Unterlagen kamen wir dann mit dem Hotelpersonal ins Gespräch, was die Übernachtung kostet und, dass wir ja schon angezahlt hätten. Wir dachten die ganze Zeit, dass die Hotels irgendwie zusammengehören. Jedenfalls wussten die vom neuen Hotel von gar nix. Die Preise waren teurer und so richtig gemütlich war es dann doch nicht. Also wollten wir wieder los. So einfach ging das dann nicht, weil unsere Namen schon eingetragen waren. Nach ewig langen Diskussionen durften wir dann ohne zu bezahlen doch gehen ( wir sollten anfänglich noch den vollen, dann den halben, später anteiligen Preis bezahlen, um aus den Unterlagen gestrichen zu werden…) Glücklicherweise hatten wir den Fahrer dabei, der noch einiges gemanagt hat und uns eine neue Unterkunft besorgt hat. Es war schon spät, 23uhr.. Von den Hotels oder der Anzahlung haben wir nie wieder etwas gehört..

Am nächsten Tag stand ein Treck durch die Teeplantagen auf dem Plan. Empfohlen vom ”Lonley Planet”. Dauerte etwa 3.5h. Die Bilder dazu sind super :)

Da die Sonne ganz schön bretterte, habe ich von Svea nen Schal bekommen und in terroristischer Art und Weise meinen Kopf eingehüllt…

Zwischendurch gab es noch eine kurze Rast an einem Wasserfall

Unser Fahrer hat uns noch ein paar Staudämme in der Gegend gezeigt.

Da Staudämme eine Touristenattraktion in Indien sind, gibt es natürlich auch viele kleine Straßenläden, die Weihnachtlich geschmückt sind.

Am nächsten Morgen haben wir uns noch ein Teemuseum angeschaut. Dort wurde der Verabeitungsprozess erläutert und die Geschichte des Tees in Indien, bzw Munnar, erzählt. War recht interessant. Die Plantagen und das Museum gehört Tata. Richtig, das Tata (die Tata ?), zu dem auch die Autos gehören ( Tata Nano, billigster Kleinwagen der Welt), Tata Steel, Mobilfunknetze, Software, Tata Mineralwasser, Tata Milch, Tata Lebensversicherungen, Tata Ceramics …

Hier ein paar unterschiedliche Bearbeitungsschritte

Der Tee wird dann in großen Säcken per Rickshaw abtransportiert.

Nach dem Teemuseum haben wir uns auf den mehrstündigen Weg nach Allepey gemacht. Allerdings mussten wir noch mal für ein Fotoshooting in die Teeplantagen :)

Unterwegs hielten wir noch in einem Gewürzgarten. Wir bekamen eine Führung, in der erklärt wurde, wie man dieses und jenes Wehwehchen mit diesem und jenem Mittelchen behandeln kann. Eingekauft habe ich ein paar leckere Gewürzmischungen zum indisch Kochen :) Auch dieser Garten war weihnachtlich geschmückt.

Allepey ist ein bisschen südlich von Kochi, auch eine Küstenstadt und ein Tor zu den Backwaters. Hier hatten wir wieder ein nettes Homestay mit vielen internationalen Gästen.

Backwaters ist ein weit verzweigtes riesiges Wasserstraßennetz. Laut Wikipedia ist die Fläche von Backwaters nur 4.5 mal größer als Venedig. Richtig glauben kann ich das nicht. Die Kanallänge in Venedig beträgt etwa 38km, in den Backwaters mindestens 1500km, dazu noch Seen und Lagunen.

Mit dem nötigen Kleingeld kann man sich ein solches Hausboot mieten. Für mindestens 50€ / Nacht sind dann auch Crew und Chefkoch inklusive.

Wir haben uns dann allerdings entschlossen nur einen kleinen Ausflug mit dem Kanu zu unternehmen. Kanu hat den Vorteil, dass man in die schmalen Gassen hineinpaddeln kann, um einen tieferen Einblick in das Leben in den Backwaters zu bekommen.

Mit im Boot saßen noch zwei Amerikanerinnen und Anthony. Er war unser Führer für den Tag, hat uns mit dem Boot hin- und hergeschippert und für die Verpflegung gesorgt.

Diese haben wir direkt beim Fischer abgeholt

Zubereitet hat den Fisch dann seine Frau. Serviert wurde alles auf einem Bananenbaumblatt in seiner kleinen Hütte (vielleicht 20m², Küche und 2 Wohn/Schlafraum für Anthony, seine Frau, seinem Vater und seinen Kindern)

Zum Schluss der Backwaters noch einige tolle Eindrücke…

Ein paar Straßenszenen aus Allepey

Die nächste Station nach Allepey sollte Trivandrum werden, weil dort die Hochzeit von Dhwaras Schwester (eigentlich Cousine) stattfand. Auf dem Weg wollten wir einen Zwischenstopp in Varkala einlegen. Dort hat es uns aber so sehr gefallen, dass wir unser Lager für zwei Tage dort aufschlugen.

Varkala ist berühmt für seine Klippen am Meer

Unsere Aussicht beim Abendessen…

Am nächsten Morgen ging es dann nach Trivandrum zur Hochzeit. Auf den Bildern sehen wir bisschen fertig aus. Was passiert ist, schreib ich lieber nicht ;)

Hier unsere Kleidung, traditionell indisch. Meine Kurta ist ein Geschenk von Minhal. Kurta ist zwar ein typisches Nordindienkleidungsstück und wir waren auf einer südindischen Hochzeit, aber als einzige ausländischen Gäste haben sich alle gefreut, dass wir in traditionellen Gewändern erschienen.

Die Familien mit Braut und Bräutigam. Dhwara in rot.

Die Braut war mit Schmuck voll beladen. Alles echtes Gold. Das musste sie den ganzen Tag tragen, war sicherlich nicht so leicht…

Auf der Hochzeit waren 1000 Gäste ( habe 2 mal  25×22 Stühle gezählt, fast alle besetzt..)

Ein Kamerateam war auch vor Ort um alles aufzuzeichnen.

Für Verpflegung wurde auch gesorgt.

Bei der Zeremonie hat es sich nur um den wichtigsten Teil gehandelt. Es wurde Ketten und Ringe getauscht. Dies musste genau zwischen 12:18 und 12:39 Uhr geschehen, weil es die Sterne so wollten. Erstaunlicherweise ging alles pünktlich von statten. Zur Hochzeit gehören noch verschiedenen weitere Veranstaltungen wie der Besuch des Paares bei der Familie des Bräutigams und bei der Familie der Braut, was letztendlich alles mehrere Tage in Anspruch nimmt. Die Veranstaltung in Trivandrum war nach etwa 3.5h vorbei.

Wir als Westler wurden natürlich von allen angeschaut, von vielen gefragt was wir denn hier machen, ob wir das Brautpaar kennen und dass sie sich sehr geehrt fühlen, dass wir der Zeremonie bewohnen.

Nach der Hochzeit fuhren wir zurück nach Varkala, blieben noch eine Nacht da, bevor es auf einen langen Weg, von der Südspitze Indiens nach Goa ging. Unterwegs waren wir mehr als 24h, mit einer Rikscha zum Bahnhof, mit Zug nach Norden in die Nähe von Kochi, mit Taxi zum Flughafen, mit dem Flugzeug von Kochi nach Bangalore, vom Bangalore Flughafen mit Taxi in die Innenstadt zur “Bushaltestelle”, mit dem Nachtbus (Sleeper von Bangalore nach Goa, mit dem Taxi zum Strand :)

Goa

Was wir in Goa so gemacht haben, lässt sich alles in einem Bild zusammen fassen.

An der Strandbar sitzen, Ruhen, Essen, Trinken, Quatschen, Nixtun. Es ist erstaunlich, wieviele Tage man so verbringen kann :) In Goa waren wir eine etwas größere Gruppe. Es sind noch einige Freunde aus Pune an den Patnem Beach gekommen.

Anders als in Nordgoa (Bericht letztes Jahr Oktober) habe ich mich in Südgoa wie in “Klein Europa” gefühlt. Der Strand voller Europäer, keine Verkäufer, keine Bettler. Am Strand gibt es einen eigenen Sicherheitsdienst (von dem ich aber niemanden gesehen habe ? ) der dafür sorgt, dass man den ganzen Tag am Strand liegen kann, ohne angesproche oder belästigt zu werden. Ich war davon völlig überrascht, dass es doch so ruhig sein kann.

Für die Tage um Silvester kamen dann noch mehr Freunde aus Pune und wir waren dann ein schönes großes Grüppchen. Sehr zum Leidwesen unseres Beachresort, in dem wir 3 Hütten gemietet haben. Das war eigentlich mehr für Ruhe und “Eco” gedacht… und nicht dazu vom Partyvolk aus Pune gesprengt zu werden… naja im nachhinein gab es keine Emails oder Nachzahlungsaufforderungen ;)

Die Silvesterparty ging bis 4.30Uhr. Danach musste die “Location” geräumt werden. Feuerwerk gab es nur ein kleines. Wer Feuerwerk in Indien sehen möchte, sollte während Diwali kommen.. Meine Vorsätze zum neuen Jahr, mit Rauchen und Trinken anzufangen, habe ich eine halbe Stunde durchgehalten, dann war damit auch schon wieder Schluss. Später, also am frühen Morgen, war ich dann draußen noch in eine kleine Schlägerei verwickelt, während in meiner Hütte drei Mädels mein Bett blockierten… aber alles wieder gut.. Interessantes, spannendes Silvester :) Ich erzähle die Geschichte lieber!

Als am Sonntag Abend alle abgereist sind (mussten ja alle wieder in Pune arbeiten :P ) habe ich mich  21.00 Uhr ins Bett gelegt, weil ich nur ein paar SMS schreiben wollte, bin dann allerdings eingeschlafen und erst am Morgen gegen 10 Uhr wieder aufgewacht. Die Tage davor waren dann doch ein bisschen anstrengend

Die Tage danach “hing” ich noch mit zwei Mädels aus London (Einladung für die Olympischen Spiele 2012 in London habe ich bekommen) rum, habe ein bisschen gelesen, bin den Strand barfuß entlang gejoggt und habe mich mit Nichtstun beschäftigt.

Nach einigen Tagen habe ich dann den Nachtbus nach Hampi genommen. Der Bericht dazu folgt direkt unter diesem.

11.02.2011

Heute Abend geht es zum Bryan Adams Konzert, deshalb stoppe ich hier erst einmal. Geschichten habe ich aber noch viele zum Schreiben :)

bis bald

eric

Happy Pongal

Bin nun in Puducherry (Pondicherry) an der Suedostkueste Indiens angekommen. Etwas suedlich von Chennai. Der Grossteil meiner Reise durch Indiens Sueden liegt nun also hinter mir. Bilder kann ich leider noch nicht so viele zeigen, diese muss ich mir noch von den anderen Kameras zusammenklauen. Deshalb erstmal nur etwas von Hampi. Fange also mittendrin an..

Pongal ist ein tamilisches Erntedankfest. Findet zur Zeit im Bundesstaat Tamil Nadu statt und ist der Grund, warum meine Zimmersuche etwas laenger gedauert hat. In den letzten Wochen war die Suche nach einem freien Zimmer oder einer Huette immer recht einfach. In Tamil Nadu sind allerdings die naechsten vier Tage frei. Deshalb kommen viele Besucher nach Puducherry um sich hier zu betrinken. Der Alkohol ist wegen anderer Steuersaetze besonders guenstig. Viele Zimmer, Gaestehaeuser und auch Hotels sind ausgebucht. Als ich so mit vollem Gepaeck durch die Strassen gezogen bin, habe ich einige immer wiedergetroffen, die die gleichen Saetze “We’re full” immer und immer wieder hoeren durften. Schliesslich bin ich in einem Hotel gelandet und zahle nun 1300 Rs ( zzgl. 10% luxury tax ) die Nacht. In den letzten Wochen war ich bei so 300 bis 500 Rs. pro Nacht. Werde nicht ewig hier wohnen, aber dafuer ist das Zimmer  ‘bed bug free’ :)

Angekommen bin ich hier gestern am Freitag, den 14.01.

Goa verlassen habe ich Anfang Januar, danach war ich paar Tage in Hampi (auf der Karte einfach ein Stueckchen gerade rueber), anschliessend Bangalore, dann Trichy, jetzt, seit gestern Puducherry. Puducherry, auch Pondi genannt, ist eine Art Kleinfrankreich. Die Strassen heissen hier ‘Rue’, es gibt viele Baguettes und Croissants, viele Franzosen laufen hier umher und Kaffeetrinker werden hier (endlich einmal ) richtig guten Kaffee finden. Richtig viel zum angucken, gibt es hier nicht, ist mehr ein Shoppingparadies,  deshalb kann ich mir mit ruhigem Gewissen Zeit fuers Internet nehmen. Morgen wird es dann weiter nach Chennai gehen.

Hampi

Sandro, dir haette es hier super gefallen, viele Berge und Steine, die zum stundenlangen Klettern einladen. Einen Sonnenbrand habe ich mir nicht eingefangen, aber mit dem bisschen Farbe glaubt man mir nun eher, dass ich schon fast 7 Monate hier bin ( in Pune war ich von morgens bis Sonnenuntergang immer in der company..).

Nach Hampi gefahren bin ich mit einem Nachtbus. Also Bus mit Betten. Richtig schlafen kann man nicht. Liegt an den Strassenverhaeltnissen und den Busfahrern. Dafuer spart man sich eine Uebernachtung im guesthouse.

Da ich nach der Ankunft nicht unbedingt alleine weiter touren wollte, habe ich zwei Australierinnen angequatscht. Gefruehstueckt haben wir noch zusammen, aber irgendwie war es dann doch nicht so das Wahre. Habe mir dann alleine eine Huette im ‘Rolling Stones’ genommen und mich auf den Weg gemacht die Gegend zu erkunden.

Hampi, zwei Australierinnen, Bangalore zwei Britinnen, Trichy zwei Schweizerinnen. Als in Goa der Huehnerhaufen abgehauen ist, habe ich mich oefter mit zwei anderen Britinnen getroffen. Ich habe mir zwischendurch mal Gedanken gemacht, warum ich nur mit Maedels “abhaenge” und dieses “Problem” auch mit diesen diskutiert. Indien ist bei Kerlen einfach nicht “in”. Die ganze Zeit, die ich hier in Indien schon unterwegs bin, sehe ich entweder Paearchen (wobei der Mann wohl das Anhaengsel der Frau ist) oder Frau-Frau-Paearchen. Alleinreisende Maenner habe ich nur zwei gesehen, Maennerpaerchen auch nur zwei… Ausserdem ist auch in Deutschland die Frauenquote beim Yoga meist weit ueber 80%. Viele kommen (auch) nach Indien wegen Yoga.

Hier noch ein Paar Bilder aus Hampi. Viele viele uralte Tempel, Steine, schoene Landschaften.

Waschplatz zum Waesche waschen...

teilweise wie eine Filmkulisse..

Dass man fuer das abstellen der Schuhe nichts bezahlen soll, steht gross an der Tempelwand geschrieben. Der alte Mann hat mich auch verflucht als ich ihm nichts gegeben habe. Ich dachte mir, dass es schon seinen Grund hat, warum es an der Tempelmauer steht..

Habe mir fuer den ersten Tag auch einen Motorroller ausgeliehen und bin allein durch die sehr weitlaeufige Gegend gefahren. Deutlich weniger Verkehr. Hampi existiert ich glaube nur wegen den Touristen. Die Stadt besteht zu gefuehlten 70% aus Gaestehausern und Touristenhuetten. Der Rest sind Inetcafes, Restaurant und Geschaefte. Ansonsten gibt es hier in der Gegend nur ein paar Bauern.

Ich bin dann mit meinem Motorroller ein Stueckchen weiter gefahren. Auf den Touristenkarten und im Reisefueher war die Gegend nicht mehr eingezeichnet. Dort ist Indien noch etwas urspruenglicher, ohne Touristen. Ich bekam dann Hunger und habe nach einem Strassenstand ausschau gehalten, welcher keine Kekse verkauft (diese gibts ueberall). Gefunden habe ich dann ueberbackene Peperonie. Zum stillen des kurzfristigen Hungers war es ok…

Vom Besuch eines solchen Strassenstandes wuerde ich Indienneulingen an den ersten Tagen schon abraten..

Nach Sprungbilder nun die Geburtsstunde eines neuen Genre: Selbstausloeserschattenbilder ;)

Nach Sprungbildern nun die Geburtsstunde eines neuen Genre: Selbstausloeserschattenbilder ;)

In saemtlichen Reisefuehrern steht drin, wie man sich zu kleiden hat. Die Polizei hat solche Plakate anfertigen lassen. Trotzdem halten sich viele Frauen nicht daran, betreten Tempel im Minirock und laufen mit viel Haut auf der Strasse rum. Indien ist nicht reif dafuer! Das befeuert nur die Vorurteile vieler Inder den Westl’ern gegenueber, fuehrt auch dazu, dass normalgekleidete immer wieder mal belaestigt werden und zeugt vom mangelndem Respekt gegenueber Kultur und Religionen..

Fuer den zweiten Tag habe ich mir eine Rickshaw genommen und dem Fahrer gesagt, er solle mir bisschen was zeigen und mich abends nach Hospet zur Bushaltestelle fuer den Nachbus bringen. Als die Fahrt zu Ende war, habe ich ihm 600Rs gegeben. Fand ich angemessen. Er war irritiert und meinte, dass ich noch 200, spaeter 100, mehr zahlen solle. Nach der Preisdiskussion meinte er dann, dass ich seine Nummer an meine Freunde weitergeben solle, damit er die umherfahren kann. Ich sagte, dass die aber auch nur maximal 600 zahlen. Daraufhin meinte er, dass es ok sei. Die versuchen es aber auch immer und ueberall noch ein paar Rupees herauszuholen :-D

Der Tempel 'ganz oben' gilt dem Geburtsort des Gottes Hannuman. An dessen Mauern stand auch "Do not pay" fuer die Schuhe

Krokos habe ich leider nicht gesehen

Liste

In meinen nun fast 7 Monaten, fern von daheim, gibt es so langsam einige Dinge, die ich gerne mal wieder essen moechte, die ich an Deutschland schaetze oder sonst irgendwie vermisse. Die folgende Liste ist unvollstaendig und ohne Wertigkeit. Auf Personen verzichte ich mal. Habe euch doch alle lieb ;)

Rinderroulade, Kuerbiskernbroetchen, Roggenmischbrot, Duschen mit baulicher Trennung (hier flutet man immer gleich das ganze Badezimmer), einen (WG-)Backofen, Senf (suess und scharf), Hering in Sahnesosse, 24h Warmwasserversorgung, Badewanne, Friseure, welche Ecken verstecken koennen, Hupfreier Strassenverkehr, Training, Nutella fuer weniger als 5euro das Glas, Eier in Senfsosse, hausgemachte Marmelade, Frischmilch, Preise, die inklusive aller Steuern angezeigt werden, KiBa, bed bug freies Bett zu Hause, Joggingschuhe, ICE- und Bahnfahren, staubfreie Staedte, Strassencafes, Lachsbroetchen, (Bier-)Schinken, Grillen, Steak, Spargelcremsueppchen, ordentliche Bandbreite zum Inetsurfen, Nieselregen, Sonnenuntergang im Sommer gegen 22 Uhr (ab spaetestens 19.00Uhr ist es hier immer stockdunkel), kackfreie Fusswege, Muelltonnen, die abgeholt werden (oder einfach nur da sind), Ruhe auf der Strasse, die eigene Unaufaelligkeit, Leitungswasser trinken, naturtrueber Apfelsaft … ist schon mal eine ganze Menge..

Einiges davon kann man zwar auch hier finden, allerdings muss man schon ganz schoen suchen, um z.B. Steaks zu finden..

Schokobuffet – Nachtrag

Nach meiner Reise nach Singapur habe ich euch noch versprochen, die Bilder vom Schokobuffet nach zureichen.

Diese habe ich nun endlich bekommen und möchte euch an dem Schlemmerfest teilhaben lassen :)

Jetzt habe ich Hunger :)

Bis bald,

eric

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